Nationalpark Pyrenäen

Ein Reich für unberührte Natur...


Das Grenzgebirge im Süden Frankreichs trennt die Iberische Halbinsel vom europäischen Kontinent. Auf französischer Seite wurde der 1967 gegründete Nationalpark Pyrenäen eingerichtet, um beispielsweise die letzten großen Raubtiere Frankreichs, den Braunbären und die Wölfe zu schützen. Beides misslang, die Ressentiments der lokalen Bevölkerung, den Hirten und Bergbauern waren offensichtlich zu stark. Durch gezielte Neuansiedlung und aus Spanien herüber wechselnde Tiere wurde aber zumindest der Wolf wieder heimisch und lässt sich heute im Nationalpark und außerhalb davon beobachten. Mit etwas Erfahrung und ggf. unter Zuhilfenahme der Hilfe von Rangern oder gar akademischer Hilfe von dort forschenden Biologen kann man aber den Wolf in seiner natürlichen Umgebung gut fotografieren. Die klare Luft begünstigt den Einsatz längerer Brennweiten, auf etwa 600-800mm sollte man ohne Anfütterung schon kommen. Unter Zuhilfenahme von Futterplätzen kann man aber schon mit 300mm einigermaßen formatfüllende Wolfsportraits anfertigen. Besonders interessant ist das Gruppenverhalten dieser hochintelligenten Tiere. Gerade wer längere Zeit ein Rudel begleitet hat, wird die Fotos der teilweise martialischen Posen und Drohgebärden sehr zu schätzen wissen. Sie geben die aktuelle Rangfolge innerhalb des Rudels wieder, die alle paar Wochen neu ausgefochten wird.

Steinadler und Desmane


Die Pyrenäen im Süden Frankreichs sind auch die Heimat eines gefiederten Räubers – des Steinadlers. Verfolgt man die scheinbar ewig kreisenden Adler lange genug per Spektiv oder Kamera, wird man nach einiger Zeit den Standort des Aderhorstes herausfinden. Auch wenn man meistens für den fotografischen Einblick ins Nest bergsteigerisches Talent haben muss – er lohnt, gerade bei Langzeitbeobachtungen.
Etwas weniger anmutig als Adler und Wolf ist der Pyrenäen-Desman, eine Art Maulwurf, der aber im Wasser der Gebirgsbäche und Gebirgsseen lebt. Wer schon einmal das genüssliche Schmatzen der kleinen nachtaktiven, etwa hamstergroßen und mit einem ganz und gar nicht dezenten Rüssel versehenen Desmane erlebt hat, wird gar nicht glauben, dass so kleine Tiere so laut sein können. Da der  Insekten-, Schnecken- und Würmerfresser sehr standorttreu ist, kann man ihn nachts beispielsweise beim Betreten oder Verlassen seines Baus mit einer IR-Beleuchtung oder einer automatischen Fotofalle fotografieren.