Läppischer Winter
Abenteuer im hohen Norden
Im sehr schneereichen Winter lassen sich die großen Nationalparks in Lappland leichter als im Sommer durchqueren. Man nutzt entweder Ski oder einen der knattrigen Motorschlitten. Das man damit natürlich nicht bis zum Ansitzpunkt fährt, dürfte klar sein. Um dem Fotoerfolg in den wenigen Stunden des Tageslichts etwas nachzuhelfen, kann man in Zusammenarbeit mit den Park-Rangern Köder auslegen. So finden beispielsweise die Steinadler Lapplands die ausgelegten Schweinekadaver unwiderstehlich, sind sie doch definitiv eine Abwechslung von den üblichen Lemmingen, Schneehühnern und Schneehasen auf dem Speiseplan.
Damit hat man dann die Chance, aus einer gut getarnten Ansitzmulde heraus selbst mit einem 200-300mm Teleobjektiv schon formatfüllende Aufnahmen dieses majestätischen Raubvogels anzufertigen. Nach kurzer Zeit werden sich dann Polarfuchs und Vielfraße einstellen, die lautlos über die Schneedecke laufen können.
Lautlose Riesen
Fast lautlos wird man auch die großen Moschusochsen des südlichen Lapplands vorfinden. Sie lassen sich im Winter an einigermaßen geschützten Stellen fast einschneien und bewegen sich nur wenig. Diese imposanten, immer in kleinen Gruppen auftretenden Tiere zehren dann von ihrem im Sommer angefressenen Speckvorrat. Sehr berührende Szenen sind immer, wenn ein Kalb, eng von den älteren Tieren umgeben, auf diese Weise offensichtlich vor dem kalten Wind beschützt wird. Selten nehmen Moschusochsen auch im Winter Nahrung zu sich, die müssen dafür schließlich große Mengen Schnee beiseite räumen, um an ein paar vertrocknete Grashalme oder Baumschösslinge zu kommen. In ihrer Nähe wird man daher immer auch Schneehühner und Schnee- bzw. Eishasen beobachten können. Gut, man muss dann wirklich schon einen Adlerblick haben, denn diese wunderschönen, aber sehr scheuen Tiere sind durch ihr weißes Winterfell kaum sichtbar.
Die Fotoausrüstung muss man im „läppischen“ Winter gut vor Feuchtigkeit schützen bzw. schnell trocknen können (bspw. Silicagelpacks im Transportbehälter), außerdem sollte man viele Akkus einpacken und/oder eine externe Stromversorgung mit durch Körperwärme wieder auf Kapazität gebrachte Akkupacks benutzen. Bei Temperaturen von teilweise -30°C kann man sonst statt 1000 Fotos nur noch 10-20 Fotos pro Akku schießen.
