Chamäleons
Paradies für Zoologen
Madagaskar ist neben Neuseeland das am jüngsten besiedelte größere Stück Erde: Erst um etwa 400-600 n.Chr. setzten die ersten Menschen hier ihren Fuß auf die madegassische Erde. Die Tierwelt ist auf diesem Bruchstück zwischen Afrika und Indien schon seit etwa 70 Mio. Jahren von den beiden großen Landmassen getrennt und entwickelt sich seitdem mit nur wenigen Ausnahmen parallel. Das führte zu ungewöhnlich großen Tieren (megafauna), beispielsweise dem leider im 17. Jh. ausgerotteten Elefantenvogel, der mit 400kg etwa dreimal so schwer und doppelt so hoch wie ein Strauß war. Leider gibt es nur noch Skelette davon zu fotografieren.
Vor allem durch den menschlichen Einfluss - die massive Abholzung der urtümlichen Wälder - hat sich in Madagaskar eine bizarre Landschaft entwickelt, eine interessante Kreuzung aus Afrika und Indien. Die riesigen Baobab-Bäume stehen einträchtig an überschwemmten Reisfeldern der nordöstlichen Ebenen, während die einzigartigen Trockenwälder und Dornensavannen Madagaskars teils in direkter Nachbarschaft zu Mangrovenwäldern der trockenen Ost- und Südküste wachsen. In dieser wunderschönen Kulisse kann man dann bspw. die putzig aussehenden, sehr neugierigen Katta-Gruppen beobachten, die sich sehr behände sowohl am Boden als auch in den Ästen fortbewegen können. Glücklicherweise sind sie tagaktiv, so dass man auch mit kompakten und nicht so lichtstarken Teleobjektiven gut zurechtkommt und ihr Verhalten dokumentieren kann.
„Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.“
Nicht ganz so auffällig – eigentlich übersieht man sie leicht – sind die Chamäleons. Die meisten Arten kommen tatsächlich auf Madagaskar und nur dort vor. Häufig sieht man sie erst auf den zweiten Blick, tarnen sie sich doch meist als Blatt oder als Baumrinde. Übrigens sind die meisten Chamäleon-Arten nicht bunt oder giftgrün gefärbt, die auf dem Boden lebenden Erdchamäleons schon gleich gar nicht. Erst wenn sie Artgenossen vertreiben wollen oder sie gerade in Balzstimmung sind, verfärben sich manche Arten sehr auffällig grell-bunt. Diese wunderschönen Tiere entfalten mit einem längeren Makroobjektiv von 100 bis 180mm Brennweite ihre volle Schönheit, extreme Fisheyes und ein geringer Abstand sind natürlich auch interessant.
