Schmetterlinge

...soweit das Auge reicht....


Wer sich nicht mit den allerlei giftigen Tieren des Regenwalds näher beschäftigen möchte, dem sei ein Blick in die von Sybille Merian vor rund 300 Jahren wunderschön gezeichneten Schmetterlingsbücher empfohlen. Sie bereiste damals die noch junge holländische Kolonie Suriname rund um Paramaribo alleine mit ihrer Tochter und ein paar Ureinwohnern, um die Metamorphose der Schmetterlinge genauer zu studieren. Die damals nach Europa mitgebrachten Falter sind auch heute noch sehr schön anzusehen – allerdings sehen sie lebendig und in freier Wildbahn noch prächtiger aus. Schmetterlinge sind auf bestimmte Wirtspflanzen angewiesen, nur dort finden  ihre Nachkommen im Larven- und Raupenstadium genügend Pflanzensaft in der benötigten Zusammensetzung. Die dann „fertigen“ Schmetterlinge entfalten einen enorm großen Variantenreichtum an Farben und Formen. Gelingt dann noch eine Aufnahme dieser kleinen und teils auch riesigen Falter auf einer der vielen Blüten von Orchideen, Bromelien und Lianen, macht die Expedition noch mal soviel Spaß.

Mehr Licht!


Schmetterlinge bevorzugen glücklicherweise kleine Lichtungen im Regenwald, auf denen sich die Blüten und die reifen Früchte befinden, sodass man nicht gar so viel Licht über einen Blitz selbst erzeugen muss. Die hohe Fluchtdistanz der Falter kann man entweder durch wirklich vorsichtige Bewegungen der Kamera überwinden, oder man arbeitet mit einem langbrennweitigen Makro. Dabei hat man natürlich immer ein erhöhtes Verwackelrisiko, so dass ein mittleres Makro (~100mm) und etwas Geduld die beste Lösung darstellen. Ausschnittsvergrößerungen sind bei heutigen DSLRs schließlich kein Problem mehr.
Die extremen klimatischen Bedingungen lassen sich auch mit normalen Kameras meistern, wenn man bei einem Wechsel zwischen Kalt (Klimaanlage im Auto) und feucht-heiß (Regenwald) immer etwas Zeit vergehen lässt, sodass sich die Kondenswasser-Schicht  abbauen kann. Eine Abdichtung gegen Spritzwasser oder ein Unterwassergehäuse erleichtern natürlich die Handhabung sehr und erhöhen die Bildausbeute.
Denn falls man im „Central Suriname Nature Reserve“ doch plötzlich einem Tapir, einer Gruppe Brüllaffen oder dem seltsamen Gürteltier gegenübersteht, hat man damit noch die Chance, ein „unbeschlagenes“ Bild zu schießen.